Buch, Kind, Mamasein

Warum es manchmal so hart ist, Mama zu sein. (5 „Du schaffst das“-Gedanken)

Warum es manchmal so hart ist Mama zu sein Fünf du schaffst das Gedanken

Hallo liebe Wolke,
kennst du etwas, das wirklich richtig anstrengend ist?
Gestern war große Kinderanmalaktion im Kindergarten. Meine Tochter liebt es, sich von oben bis unten anzupinseln – und zwar mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Neulich war der blaue Filzstift an der Reihe und ich kann dir sagen, das war nur so semilustig. Für mich.
Gestern habe ich noch eine halbe Stunde in der Kita gewartet bis mein kleines Leben endlich fertig war, mit ihrem Gesichtskunstwerk, das sich irgendwo zwischen Papagei und Unfallopfer bewegte. Den ganzen Kladderadatsch wieder abzuwaschen, am Abend, ist – zumindest bei uns – eine Aufgabe, die gern in einem antichristlichen Anfall endet.
Manchmal ist es schon ziemlich hart, eine Mama zu sein.

Mama ist papierdünn

Ich liebe meine Tochter, wirklich wahr, ich liebe sie wie sonst nichts auf dieser Welt. Aber nach fünf Jahren versuche ich immer noch mein Gleichgewicht und (m)einen Weg zu finden, für mein kleines Leben da zu sein – aber auch für MICH. Das ist nicht immer so einfach, manchmal fühle ich mich papierdünn, wenn ich nicht geschlafen habe, wenn ich das Chaos sehe und mich ab und zu nur noch aufs Mamasein reduziert fühle. Ich frage mich, wie andere Mütter das alles schaffen – und ich habe nur ein Kind und darüber hinaus keinen Mann, um den ich mich auch noch kümmern müsste. Manchmal also fühle ich mich papierdünn. Das kann passieren. Und das hat nichts mit meinem Kind zu tun, nicht, dass du mich falsch verstehst, liebe Wolke!

Me-Time

Nur hin und wieder denke ich mir, ich habe so viele Ideen und vielleicht sogar Träume, wie soll ich sie verwirklichen, wenn ich mich morgens um 10 manchmal schon wieder so müde fühle und die ganze Arbeit sehe, in Gedanken all die Dinge sortiere, die jetzt, morgen und in den nächsten Jahren anstehen, dass ich es mir am liebsten nur auf meinem Sofa gemütlich machen möchte.
Wenn ich mein kleines Leben im Kindergarten verabschiedet habe und nach Hause zurück komme, in eine Stille, die so unglaublich wohltuend ist und meine Tochter trotzdem nach zehn Minuten vermisse, schaue ich auf die Uhr und rechne mir aus, wie viele Stunden mir für mich bleiben. Nur für mich ganz allein. Ich komme mir dabei manchmal echt schäbig vor, denn das klingt so nach Egoismus, aber ich weiß auch, dass an manchen Tagen die Zeit nicht ausreicht, um mich mit Energie wieder aufzuladen, die ich für den Rest des Tages dringend benötige.

Kraft der Gedanken

Aber dann wiederum, wenn ich mir mein Sofa für zehn Minuten gönne und alles liegen lasse, aufschiebe und auf ein anderes Mal vertage, dann denke ich an die Dinge, die ich mir oft sage. Weil es nicht nur hart und anstrengend ist, Mama zu sein. Sondern oft so wunderschön, dass ich meine Erschöpfung vergesse. Kraft der Gedanken, sagt man ja so.

Meine „Du schaffst das!“-Gedanken

1.Bleib geduldig!
Meine Geduld kennt ihre Grenzen. Aber mit seinem Kind, und auch mit sich selbst, geduldig zu bleiben, denn alle Dinge brauchen ihre Zeit, Kinder lernen in ihrem eigenen Tempo (und auch Mamas tun das!), das ist für mich ziemlich wichtig. Weil Ungeduld nur zu Frust führt. Habe ich festgestellt.

2. Bleib im Hier und Jetzt!
Momente, und seien sie auch noch so klitzeklein, können magisch sein. Ein Blick meiner Tochter, der mein Herz schmelzen lässt. Oder wenn wir beide herrlich albern über irgendeinen Quatsch lachen. Diese Momente sind das, was das Mamaherz groß macht. Und auflädt.

3. Bleib ein Kind!
Wenn man sein eigenes inneres Kind noch spüren kann, dann bedeutet das eins: Großes Verständnis für all die verrückten Sachen, die ein Kind anstellen kann. Für all das, was es ausprobieren möchte – auch dann, wenn es einem die erwachsenen Nackenhaare aufstellt.

4. Bleib unperfekt!
Niemand kann alles richtig machen. Als Mutter würde man es gern sein: perfekt. Immer perfekt erziehen, immer perfekt reagieren, immer und zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das gelingt nicht, das kann nicht gelingen, das geht nach hinten los. Es gibt Dinge, die kann man richtig gut. Und es gibt Dinge, die kann man eben nicht so richtig gut. Und das ist völlig ok. Solange das Herz spricht, kann man sich sicher sein, dass sein Kind und auch man selbst glücklich ist.

5. Bleib du selbst!
Ich gestehe mir meine Erschöpfung ein. Ich gönne mir meine Auszeiten und zwar ohne schlechtes Gewissen – und ich darf das Mamasein auch mal richtig blöd und anstrengend finden. Vor allem aber bin ich auch noch ich. Obwohl, oder gerade weil, ich Mama bin. Vielleicht lernt man sich selbst, seine Fehler und seine großen Stärken dann erst wirklich kennen, aber im Grunde seines Herzens bleibt man auch dann noch diejenige, die man eben ist.

Großartig, toll und wunderbar

Gestern war große Kinderanmalaktion im Kindergarten. Meine Tochter liebt es, ich nicht so. Manchmal fühle ich mich papierdünn, schläfrig und erschöpft. Aber öfter als dieses „Manchmal“ liege ich abends im Bett und denke mir, wie großartig dieses Geschenk ist, das da in seinem Kinderzimmer friedlich schläft, wie toll die Zeit für mich ist, in der ich mich nur ganz allein spüren kann, und wie viele sagenhaft wunderbare Dinge ich über mich und die Welt gelernt habe, seitdem ich Mama bin.

Alles Liebe, meine Wolke!


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Das kleine Buch für eine Mama-Auszeit_Hallo liebe Wolke_Geschenkbuch

(c) Susanne Bohne

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