Alle Artikel mit dem Schlagwort: Erziehung

Aufklärung für Kinder wie How to

Mama? Was ist eine Vagina? (Aufklärung the simple way)

Hallo liebe Wolke, ist es nicht manchmal zum Piepen? Neulich standen mein kleines Leben und ich an der Fleischtheke im Supermarkt an, das ist immer ein bisschen langweilig, für uns beide, und so schoben wir uns in der langen Schlange im Schneckentempo an Mortadella, Salami und Sülze vorbei, zählten die Plastiktrauben zwischen dem Aufschnitt – irgendwas muss man ja machen, um die Wartezeit zu überbrücken. „Mama? Bekomme ich gleich ein Stück Fleischwurst? Ich liebe Fleischwurst nämlich.“, sagte meine Tochter und die ältere Dame vor uns drehte sich lächelnd zu uns um. „Ja, ganz bestimmt.“, antwortete ich. „Gut!“, grinste mich mein kleines Leben an, „Und… Mama? Was ist eine Vagina?“ Die ältere Dame vor uns machte eine halbe Pirouette und ihre Ohren färbten sich an den Spitzen rot, das sah eigentlich ganz hübsch zu der grauen Dauerwelle aus. Aufklärung an der Wursttheke. Pflaume, Pipimann und Co Es gibt wohl für nichts so sagenhaft viele Bezeichnungen wie für die menschlichen Geschlechtsorgane, von niedlich über anatomisch bis vulgär – da ist für jeden was dabei, komisch eigentlich, denn …

früher-hätte-es-das-nicht-gegeben_Erziehung-heute-und-damals

Früher hätte es das nicht gegeben! (Oder: Mutter Courage)

Hallo liebe Wolke, gestatten? Das auf dem Foto, die drollige Dame mit dem extravaganten Hut, das ist meine Ur-Großtante Auguste. Das Bild muss irgendwann in den 1920er Jahren entstanden sein, so genau weiß ich es nicht, und Auguste kann leider niemand mehr fragen, aber wenn (!), dann würde Auguste sicher sagen, dass früher alles anders und besser war – und: „Früher hätte es DAS nicht gegeben!“. Wobei man für das „DAS“ jedes beliebige Substantiv oder Verb einsetzen kann, das einem so in den Sinn kommt. Jedenfalls, was die Kindererziehung angeht. Drollig Als Auguste, die Drollige, mit ihrem Topfhut und dem Kinderwagen, der für mich wie eine Mischung aus Kutsche und Schubkarre aussieht, durch die Straßen flanierte, da dachte sie über andere Dinge nach als wir es heute tun. Klar, ist ja auch schon hundert Jahre her. Vermutlich war einiges damals völlig normal; Kinder haben und Mutter sein. Zum Beispiel. Heute ist das Mama sein auch nichts Unnormales, aber es ist ein ziemlich großes Event, über das meine Ur-Großtante wahrscheinlich ungläubig den Kopf geschüttelt hätte. Fertig! …

Suppenkaspar Kürbis Hokkaido

Suppenkaspar 2017 (Oder: „Das Kind MUSS doch was essen!!“)

Hallo liebe Wolke, möchtest du eine Geschichte hören? Es war einmal: An einem sonnigen Herbsttag schlenderte ich durch die Gemüseabteilung des Supermarktes und hörte plötzlich eine Stimme: „Kauf mich! Kauf mich! Ich bin ein Hokkaidokürbis! Ich bin unfassbar lecker! Kauf mich! Kauf mich!“ Ganz entzückt landete der Kürbis in meinem Einkaufswagen und ich spazierte frohen Mutes mit ihm nach Hause. Ach! Was würde er für eine leckere Suppe werden! Der Hokkaidokürbis und ich freuten uns sehr. Und auch mein kleines Leben war völlig begeistert, wiegte den kleinen ‚Hokki‘ in den Armen, streichelte ihn sanft und strahlte: „Wir kochen gemeinsam eine Kürbissuppe! Au ja, Mama!“ Mythos Meiner bescheidenen Erfahrung nach gibt es genau zwei Sorten von Kindern: Die, die alles essen. Und die, mit denen sich die Mahlzeiten in so etwas wie Alpträume verwandeln – die, die mit einem langgezogenen „Wäääh!“ vor dem Teller sitzen und die liebevoll kreierten und dekorierten (gesunden) Speisen angeekelt ansehen, als würden Heuschrecken und Speckmaden drauf rumkrabbeln. Ich bin sicher, es gibt diese Kinder, die alles mit dem gönnerhaften Blick eines …

19 Uhr: Das Sand-Kaka kommt. (Die Kaka-Pipi-Pups-Popo-Phase)

Hallo liebe Wolke, magst du den Ballermann? Das Leben mit vierjährigem Kleinkind, das sich gerade irgendwo zwischen analer und phallischer Phase befindet, unterscheidet sich ab und zu wohl nicht wesentlich von einem Besuch im Balnearioauf Mallorca (Malorza). Jeder, dem nun der Strohhalm aus dem Sangriaeimer fallen sollte, möge mir den Vergleich verzeihen. Seitdem hier die Lieblingsbeschäftigung „Rülpsen und Pupsen“ Einzug gehalten hat, die mit anschließendem albernen und anhaltenden Lachanfall gekrönt wird (und das alles genau ohne einen einzigen Tropfen Alkohol konsumiert zu haben), seitdem stelle ich mir manchmal vor, eigentlich zwischen dickbäuchigen Sonnenbränden im „Beach Club Six“ statt im Kinderzimmer meines kleinen Lebens zu sitzen, die ansonsten äußerst viel Wert darauf legt, eine Prinzessin zu sein. Und wie eine behandelt zu werden. Wäre da nicht diese Sache mit der Kaka-Pipi-Pups-Popo-Phase. Das Sand-Kaka 19 Uhr: „Oh schau mal, Mama, da kommt das Sand-Kaka im Fernsehen!“ Hihihihichrihihi. „Was habt ihr heute im Kindergarten gegessen?“ – „Kaka“. Höhöhöhöhö. „Der Schnee glänzt weiß auf dem Kaka heut‘ Nacht…“ Muahahahaha. Selbst die ‚Heilige Elsa‘ von Pupsendelle muss dran glauben. Poach. …