Ich bin schwanger

Hallo liebe Wolke,
glaubst du an Zufälle?
Merkwürdig ist das Leben. Ja, manchmal ist es eine wirklich kuriose Chose. Es kann nämlich vorkommen, dass eins zum anderen führt. Das ist zum Beispiel so, wie wenn man zu viel Buttercremetorte gegessen hat und am nächsten Tag feststellt, dass der oberste Hosenknopf verrutscht sein muss. Oder wenn man die Leinenbluse auf 1400 Umdrehungen schleudern läßt und sich dann beim Bügeln über die unbezwingbaren Falten ärgert. 
Eins kann zum anderen führen. 
Das ist, unter anderem, auch mit dem Schwangerwerden so.

Seit einiger Zeit bin ich nun schwanger.

Genau genommen bin ich es schon länger, das wissen aber nur die Wenigsten, weil man manchmal ein bisschen Angst hat, es zu erzählen, da auch immer noch etwas schief gehen kann. In meinem Leben ist ja öfter etwas schief gegangen, ich habe lange fast nicht mehr daran geglaubt, dass bei mir überhaupt noch etwas geradeaus und gut gehen könnte. Nur so ein kleiner Rest in mir, irgendwo ganz tief innendrin, in meinem Herz, hat nicht aufgehört, daran zu glauben, dass es gut gehen könnte. Und nicht schief.

Vielleicht, wahrscheinlich, hinkt der Vergleich ein bisschen. Denn in mir wächst kein neues, kleines Leben. Aber etwas anderes. Worte nämlich. Worte sind in mir gewachsen, die zu einer Geschichte geworden sind.
Zehntausende Worte wurden immer größer, über denen ich Monate gebrütet habe, über die ich mich gesorgt habe, mit denen ich gelacht und geweint habe.
Und ich war sehr gespannt, was am Ende entstehen würde.
Wie es aussehen wird.
Wie es sich anfühlt. 

Ein bisschen…

Ein kleines Bisschen also ist es so, als sei ich schwanger. Denn in mir, durch mich, ist etwas Neues entstanden. 

Ein Buch. 

Manchmal führt eins zum anderen.

Die Geschichte, die so voll mit meinem Herz ist, ist in Hamburg gelandet. Auf dem Schreibtisch einer Lektorin. Und diese Lektorin hat sich mit unglaublich großer Leidenschaft für meine Worte eingesetzt. Weil sie an meine Geschichte glaubt – und an mich. Und das hat noch nie jemand in meinem Leben getan. 

Eines Tages.

Eines Tages also, nachdem ich doch schon so lange schwanger mit meiner Geschichte war, öffnete ich den Briefkasten. Es war ein windiger Tag, der nach Winter roch, und ich zog einen Umschlag heraus, der mir ein bisschen unwirklich vorkam. Ehrlich gesagt, fürchtete ich mich sehr, den Umschlag zu öffnen, weil doch so vieles in meinem Leben schief gegangen war. 

Rowohlt“ stand auf dem Umschlag. 

Ich legte ihn vor mich auf den Küchentisch und kochte mir einen Kaffee. Dann kümmerte ich mich um den Wäscheberg und bezog das Bett meines kleinen Lebens. Danach musste ich dringend noch das Badezimmerfenster putzen und spülen…und, und. Aber irgendwann traute ich mich. Weil ich ja doch wieder nur eine Absage befürchtete, seufzte ich ein bisschen, setzte mich vor den Umschlag und flüsterte beim Öffnen: „Bitte, bitte nicht.

Wunsch erfüllt.

Manche Wünsche gehen in Erfüllung. Selbst dann, wenn man sie nur flüstert, aber im Herzen ganz laut herausbrüllt. Mit Megafon. Seit diesem windigen Tag, der nach Winter roch, hat sich mein großer, vielleicht sogar der größte, Wunsch erfüllt.
In dem Brief stand, dass ich nun richtig echte Autorin bin. Bei rororo. Dem Taschenbuchverlag von Rowohlt.
(Kann man hier sehen…)

WIE KRASS IST DAS BITTE?!?

Ich bin durch die Wohnung gehüpft und hielt den Umschlag in der Hand und tanzte und jubelte – und jeder, der mich gesehen hätte, hätte vermutlich geglaubt, mir wären die Sicherungen durchgebrannt. Ein bisschen war es auch so.

Wem ich das zu verdanken habe?

Und weißt du, meine liebe Wolke, wem ich zu verdanken habe, dass ich nie aufgehört habe? Dass ich das Schreiben nie aufgegeben habe? Unseren Lesern und den Mögern unseres Blogs. Die, die so oft gesagt haben, dass sie uns gern lesen. Obwohl ich es ja immer nie so ganz glauben konnte. 
Wegen euch allen da draußen, habe ich weitergemacht.
Ich danke euch so, so, so – so unglaublich sehr.

Ich bin also schwanger, weil eins zum anderen führen kann. 

Wenn ihr mögt, dann nehme ich euch auf diese Reise mit, bis mein Roman im Dezember 2019 das Licht der Welt erblicken wird. Wenn man so will. Das wird eine spannende Reise, das kann ich euch versprechen, für mich ist sie es jedenfalls, und denk bitte immer daran, meine Wolke:

Eins kann zum anderen führen. Und manchmal ist es das Wunderbarste, was einem passieren kann. 

Sei umarmt, meine Wolke!

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