Alle Artikel in: Alleinerziehen

du bist der Grund

Du. Du bist der Grund.

Drei Wochen Kindergartenferien sind vorbei, intensive Tage waren es; wieder 24 Stunden am Tag Mama sein. Ohne eine Pause, außer in den wenigen Stunden meines Schlafs in der Nacht. Morgen fängt ein neuer Lebensabschnitt an, für mich, morgen beginnt das neue Kindergartenjahr. Und dir, meine kleine M., möchte ich heute etwas sagen. Denn du, du bist der Grund. Du bist der Grund. Wofür, meine kleine M.? Du bist der Grund, warum ich mit dem Suchen aufhören konnte, weil ich dich gefunden habe. Und du mich. Manchmal glaube ich, du hast dir mich ausgesucht, weil ich dein Herz schon sehen konnte bevor es überhaupt schlug, weil ich von dir träumte. Du bist der Grund, warum ich jeden Tag so viele Gedanken denke, warum ich mir abends, bevor mir die Augen zufallen, all die schönen Dinge vorstelle, die wir schon miteinander erlebt haben. Und noch erleben werden. Du bist der Grund dafür, dass ich weiß, wie Liebe geht. Und bedingungsloses Vertrauen. Und Beschütztwerden. Und Beschütztsein. Du bist der Grund, warum ich der Wolke schreibe. Du bist der …

Zeugung

Ein Sesamkorn, das alles veränderte.

Hallo liebe Wolke, magst du Menschen, die lächeln? Gestern, da habe ich meinen Arbeitsvertrag unterschrieben und bin ganz beseelt und glücklich nach Hause gefahren, drehte die Musik im Auto laut auf, weil ich das ganz gern mache, wenn ich mal nicht das „Ei-Ei-Ei-Eichhörnchenlied“, sondern was für die Großen hören darf. Vor mir tauchte irgendwann ein Müllauto auf, und ich konnte nicht überholen, ein Müllmann stand hinten auf einem dieser Trittbretter und sah aus wie Wolverine. Gut, es war eine Light-Version von Hugh Jackman, die hochgegelten Haare etwas schütter, der Bart ein bisschen zauselig, aber er lächelte mich an. Und es war ein nettes Lächeln, eins, das sagt: Du gefällst mir wie du da gerade in deinem Auto sitzt und laute Musik hörst. Und ich lächelte zurück. Dann bog das Müllauto um die nächste Ecke, der Müllmann winkte mir zu, ich winkte zurück, Wolverine verschwand und ich fuhr lächelnd die letzten Meter nach Hause. Es regnete in Strömen, heute auch noch, ich weiß nicht, aber irgendwie ist der Sommer auch nicht mehr das, was er mal …

Schubladendenken

Hallo liebe Wolke, hast du irgendwo eine Schublade? Ich frage, weil ich eine Schublade in meiner Küche habe, in der ich ganz viel Krimskrams sammle. Einmal im Jahr sortiere ich sie aus, dann geht sie auch wieder zu, und im Laufe der Zeit häufen sich dort erneut allerlei Kinkerlitzchen an, die ich nicht wegwerfen möchte, aber sonst nicht weiß, wohin damit. Ist es nicht ulkig, dass man auch Menschen in Schubladen sortiert? Hier die Schublade der Frohnaturen, da die Schublade der Egoisten, hier die der Rama-Familien und dort, ja dort, irgendwo, gibt es auch die Schublade der Alleinerziehenden. Da stecke ich drin. Sie ist ganz schön gut besucht, das kann ich dir sagen, liebe Wolke, und es werden stetig mehr, die hineingepfeffert werden. Man muss sich Alleinerziehende ja grundsätzlich als verbiesterte, depressive Burn out-Muttis vorstellen, die ausschließlich über ihre Ex-Männer schimpfen – selbstverständlich geht es da immer ums Geld, um den Umgang, um Beleidigungen – und die weinend darüber jammern, wie schwer sie es doch im Allgemeinen und im Speziellen haben. Ein illustres und fröhliches …