Neueste Artikel

Waldemar im Wattenmeer_Wattwurm_Nordsee_Lerngeschichte_Kita_Kindergarten

Waldemar im Wattenmeer (Lerngeschichte zu Ebbe, Flut und Wattwurm für Kinder)

Die kleine Prinzessin Blaublüte macht Urlaub. Denn es ist Sommer und da hatte sie sich eines Morgens überlegt, das Meer zu besuchen, von dem ihr die Möwe Mia neulich erzählt hat. Mia sagte, dass das Meer so schön rauscht und tolle Wellen zaubern kann. Und außerdem könnte man am Strand der Nordsee hübsche Muscheln finden und der Wind riecht immer salzig und ganz anders als auf der grünen Wiese hinter dem gelben Haus; dort wo Prinzessin Blaublüte wohnt. Ja, das wäre ganz wunderbar, dachte sie sich. Also packte Blaublüte ein paar wichtige Dinge, die sie immer auf ihre Reisen mitnimmt, in ihren klitzekleinen Koffer: Zahnbürste, Schlafanzug, Badesachen und Gummistiefel.

Mit Möwe Mia

Und weil die kleine Prinzessin viel zu klein für einen großen Zug war, und die Reise auf dem Blütenfahrrad viel zu lange dauern würde, bot die Möwe Mia kurzerhand an, sie zu fliegen. Im Nullkommanichts flogen Blaublüte und Mia über die Landschaft, alle Bäume und Häuser sahen so klein wie Spielzeuge aus – und es war der spannendste Flug, den die Prinzessin je erlebt hatte. Ehe sie sich versah, landete Mia und sagte: „Wir sind da!“
Aber was war das? Hier gab es überhaupt kein Meer, keine Nordsee, keinen Strand. Hier gab es nur ganz viel Matsch. Mia musste sich wohl verflogen haben.

„Mia, bist du dir sicher, dass wir hier richtig sind?“, fragte Prinzessin Blaublüte.
„Ja, natürlich! Das ist doch mein Zuhause!“, antwortete Mia.

Prinzessin Blaublüte schaute sich um. Bis auf ein paar Pfützen im braunen Matsch sah sie nichts. Weit und breit nicht. Aber die Luft, die roch wirklich salzig – und sehr frisch.

Wattenmeer?

„Hier ist doch gar nichts außer Matsch!“, sagte Blaublüte ein wenig enttäuscht.
„Ha! Das denkst du!“, rief Mia, die schon wieder in den Himmel gestartet war und auf ein paar Windböen segelte. „Du spazierst gerade auf dem Meeresboden herum. Das hier ist das Wattenmeer. Und du wirst staunen, was du hier so alles finden kannst!“

Waldemar im Wattenmeer_Wattwurm_Möwe_Nordsee_Lerngeschichte_Kita_Kindergarten

Und damit flog Mia weit hinaus über das Wattenmeer und Prinzessin Blaublüte erkannte sie nur noch als kleinen Punkt am Horizont.
Blaublüte merkte erst jetzt, dass ihre Füße ein wenig im Boden eingesunken waren. Und nass wurden sie auch. Schnell kramte sie ihre Gummistiefel aus dem Koffer und zog sie an. Dann lief sie ein bisschen im Watt herum und machte platschende Geräusche mit ihren Stiefeln. Das hörte sich wirklich sehr lustig an. Und dann entdeckte Blaublüte etwas, das wie ein Häufchen Spaghetti aussah.

Braune Spaghettihäufchen

„Was macht denn ein braunes Spaghettihäufchen auf dem Meeresgrund? Und wo ist denn das viele Wasser hin? Das kann doch nicht einfach weg sein?“, fragte sich Blaublüte.
Da war noch ein Häufchen. Und noch eins. Je mehr Blaublüte über das Watt sah, desto mehr Häufchen entdeckte sie. Und eins bewegte sich sogar! Da musste sie aber sofort nachschauen, was das war. Also platschte sie mit ihren Stiefeln durch den schlammigen Boden und sah gerade noch eine rosafarbene Schwanzspitze im Schlick verschwinden.

„Hallo! Wer bist du denn? Halt doch mal an!“, rief die kleine Prinzessin und plötzlich schaute ein kleiner Kopf aus dem Boden.
„Huch, hallo!“, sagte Waldemar, der Wattwurm. „Ich bin Waldemar und ich wohne hier unter dem Sand.“
„Guten Tag, Waldemar! Ich bin Prinzessin Blaublüte“, sagte sie. „Eigentlich wollte ich an die Nordsee, und mir das Meer anschauen, aber hier bin ich wohl falsch. Hier gibt es nur diese Spaghettihäufchen. Und jetzt bin ich ein bisschen enttäuscht. Weißt du, wo es zum Meer geht?“

Da musste Waldemar sehr lachen.
„Na hör mal!“, grinste er „du stehst doch mitten in der Nordsee!“
„Ja, das hat Mia auch schon gesagt, aber das kann doch gar nicht sein!“, schmollte Blaublüte ein bisschen.
„Weißt du, das ist so.“, und dann erklärte Waldemar der kleinen Prinzessin, warum sie gerade kein Meer sehen konnte.

Die Sache mit Ebbe und Flut

„Hier bei uns an der Nordsee gibt es Ebbe und Flut. Das nennt man die Gezeiten. Bei Ebbe zieht sich das Wasser ein Stück von der Küste zurück und dann kannst du über den Meeresgrund laufen. Danach steigt das Wasser wieder und kommt zurück. Wenn es die Küste wieder erreicht hat, nennt man das Flut. Hier, wo du gerade stehst, ist dann alles über und über mit salzigem Meerwasser bedeckt. Schau mal auf die Pfütze dort hinten! Da ist schon viel mehr Wasser drin als noch vor zehn Minuten.“
„Ist das wirklich wahr?“, staunte Blaublüte.
„Oh ja, na klar! Und wenn die Flut kommt, siehst du auch meine wunderschönen Häufchen nicht mehr!“, sagte Waldemar, der Wattwurm.

„Das sind DEINE Häufchen?“, fragte die Prinzessin.
„Ähm, ja…“, erwiderte Waldemar und wurde ein bisschen rot. „Ich grabe den Boden hier um, und das kann ich sehr gut, denn ich bin viel länger und dicker als ein Regenwurm. Ich habe sogar Kiemen auf dem Rücken, mit denen ich wie ein Fisch atmen kann. Ich esse ganz ganz ganz kleine Tierchen und Pflanzenteile, die im Sand sind. Und weil ich kein Sieb habe, esse ich den Sand eben mit. Aber der muss dann auch wieder raus… und das sind dann die kleinen Spaghettihäufchen, die du hier siehst. Alles reinster Sand, den ich ganz sauber gemacht habe.“

„Potzblitz!“, staunte Blaublüte.
„Aber jetzt musst du schnell zurück an den Strand, denn die Flut kommt schneller als man denkt. Hier geht’s lang!“, und Waldemar zeigte Blaublüte die Richtung.
„Vielen Dank, Waldemar!“, winkte die Prinzessin zum Abschied. „Ich hoffe, wir sehen uns in den nächsten Tagen noch einmal wieder!“
„Ja, gerne!“, sagte Waldemar und mampfte eine große Portion Sand. „Aufff Wiederffffehen!“

Endlich am Strand

Als Prinzessin Blaublüte schon eine Weile im warmen, trockenen Sand am Strand sitzt, sieht sie das Meer immer höher und höher steigen. Es hat schon alle Spaghettihäufchen von Waldemar überspült. Und es rauscht wirklich ganz wundervoll. Genau so wie Mia es ihr gesagt hatte. Das wird bestimmt ein toller Urlaub. Und morgen, wenn wieder Ebbe ist, wird sie Waldemar den Wattwurm im Wattenmeer besuchen und ihm erzählen, wie schön sich das Meeresrauschen anhört.

(Text & Bild (c) Hallo liebe Wolke)


#inneres_kind

„Was brauchst du?“, fragte die Wolke, und mein inneres Kind überlegte. Lange.
Ihm fiel eine Menge ein, von dem es dachte, es unbedingt benötigen zu müssen. So flog die Zeit vorbei und viel, viel später, eines Tages im Frühling, war es ihm klar, da verstand es:
„Ich brauche ja nur mich! Mich selbst!“

Und dann wurde der Frühling ein Sommer und mein kleines Selbst suchte nicht mehr. Es hatte gefunden, was es brauchte.

(Text & Bild (c) Hallo liebe Wolke)


 

Ankommen

Liebes Christkind! (Oder: Übers Ankommen.)

Hallo liebe Wolke,
kann ich dich mal was fragen?
Glaubst du an Zufälle?
Ich habe heute früh einen Text von mir gefunden, den ich am 16. Oktober 2011 schrieb und ich weiß noch genau wie ich damals auf meinem Balkon saß und vom Ankommen träumte. Ja, ich wünschte es mir mit jedem Fitzelchen meines Lebens – bis in die letzten Haarspitzen: Ankommen, nicht mehr auf irgendetwas, irgendjemanden warten. Dabei war das ein etwas blöder Wunsch, denn wenn man nur die Hände in den Schoß legt und wie ein fauler Yogi auf die Lebenserleuchtung wartet, ohne dafür etwas zu tun, dann wird man wohl für alle Ewigkeiten im Schneidersitz auf seinem einsamen Berg sitzen. Damals, im Oktober 2011, schrieb ich:

Liebes Christkind!

Das schrieb meine Mutter für mich vor vielen, vielen Jahren an einem Oktobertag auf meinen Wunschzettel.
»Liebes Christkind!
Ich habe dieses Jahr ganz viele Wünsche und deswegen schicke ich dir meinen Wunschzettel jetzt schon…«

Ja, das war damals so. Mit drei oder vier Jahren hat man so viele Wünsche, dass man sie gar nicht zählen kann: eine neue Barbie und einen Krämerladen und ein Krokodil für den Kasperl und ein Janoschbuch und einen Schminkkopf und die Frisur von Agneta (ABBA) und ein Geschwisterchen und Murmeln und Seifenblasen und Knete.
Ich wollte in diesem besagten Jahr also sichergehen, dass das Christkind auch genügend Zeit hatte, um meine ganzen Wünsche bis zum Heiligen Abend erfüllen zu können. Denn mir kamen die Dinge auf meiner Wunschliste so viel vor, dass man zur Besorgung ganz bestimmt eine richtig lange Zeit brauchen würde. Und die wollte ich dem Christkindchen unbedingt geben!

Zeit.

Seit diesem Weihnachten sind Jahrzehnte vorbeigezogen, Zeit ging und kommt; irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass meine Eltern recht haben und die Zeit immer schneller vergeht. Ein Wahnsinn. Der Oktober bereits auf dem Kalender, dabei hab ich Ostern noch gar nicht verdaut. Den ersten Frost gab es auch schon und ich fürchte, gefühlt übermorgen schreiben wir bereits 2012!
Die meisten meiner Schulkameraden sind verheiratet und/oder haben Kinder und/oder stecken gerade in einer supersteilen Erfolgskarriere und/oder sind ausgewandert. Habe ich auf Facebook  & Co gelesen.
Mh.
Ich nicht.
Ich sitze irgendwie immer noch vor meinem Wunschzettel, der mal kürzer und dann auch wieder länger wird. Da gibt es z.B. total utopische Wünsche: Bestsellerautorin am weißen Schreibtisch mit Blick aufs Meer, am Strand bauen mein emphatischer, attraktiver, liebevoller, (etc., etc.) Ehemann mit unseren ein bis zwei niedlichsten Kindern eine Sandburg.

Realität:

Kein Bestseller, kein Haus am Meer, kein Ehemann und keine Kinder in Aussicht.
Aber! Und da kommt das große Aber!, es stehen doch Wünsche auf meiner Schriftrolle (!), die durchaus zu erfüllen sind. Vielleicht gibt’s statt Knete einen Malblock, statt des Krokodils die Großmutter. Und statt der Agnetafrisur die von Anni-Frid.
Doch egal welche Wünsche von meiner Liste, und in welcher Form auch immer, erfüllt werden – sie werden es. Und darauf kommt es doch unterm Strich an.
Danke, liebes Christkind!“

Ich glaube nicht, dass es Zufall ist, dass mir dieser Text heute früh in die Hände fiel und ich mich noch genau an das Gefühl erinnern kann, das ich im Oktober 2011 hatte.

Keine Frisur

Einen Wunschzettel habe ich immer noch. Und ja, es ist nicht die Frisur von Agneta geworden, allerdings auch nicht die von Anni-Frid. Einige meiner Wünsche von 2011 stehen dort noch, wo ich sie vor Jahren aufgeschrieben habe, wo ich sie konserviert habe und in meinem kleinen Seelchen mit mir herumtrage – und gut auf sie aufpasse. Denn auf manche Wünsche muss man etwas besser aufpassen, damit sie nicht auf der Lebensreise verloren gehen.

Man muss aber auch ein bisschen was für seine Wünsche tun, sie ein wenig gießen und hegen, die verwelkten Stellen abknipsen und sie hin und wieder anschauen, ob es denn überhaupt noch Wünsche sind, die man sich wirklich wünscht. Glaube ich.

Ankommen

Jedenfalls, meine liebe Wolke, eines ist sicher: Mein großer Wunsch von einem kleinen Leben, der ist wirklich wahr geworden. Vielleicht war es ein großer, unbewusster Wunsch, den ich damals in mir trug, das kann sein, und manchmal muss man auch aufpassen, was man sich wünscht. Aber in dem Fall kann ich etwas sagen, mit Bestimmtheit. Ich bin angekommen.

Mein kleines Leben erfüllt mein Herz wie es wahrscheinlich kein anderer Wunsch tun würde, den ich mir herbeiträume. Vielleicht ist es eine flauschig-romantische Vorstellung, die ich mir trotz aller Hürden unseres Lebens an die eigene Haustür gepinnt habe, das mag gut möglich sein. Aber auch, wenn man immer auch noch sein eigener Mensch bleiben wird, mit eigenen Träumen und einem eigenen Wunschzettel, wenn sein Kind nicht der einzige Lebensinhalt ist, so ist es doch das, was dem ganzen Wünschen einen Sinn gibt. Und mein kleines Leben macht, dass der faule Yogi nicht mehr die Hände in den Schoß legt, um alle Wünsche in den Himmel fliegen zu lassen und nichts weiter dafür zu tun als abzuwarten.

Ja, meine Wolke, manche Wünsche, die wahr werden, einfach so, die bedingen, dass man sich um den Rest einfach selbst kümmert und nicht auf das Christkind wartet, um reich beschenkt zu werden. So läuft das im Leben nämlich eher selten. Und später werde ich mich auf meinen Balkon setzen und mal drüber nachdenken, was ich mir dieses Jahr wünschen könnte. Auch, wenn es erst Juni ist. Aber mit dem Wünschen kann man einfach nie früh genug anfangen.

Hab einen schönen Tag, meine Wolke!


 

Wal Ifdrawaweek Artchallenge HalloliebeWolke

#wildlandscape

Isabella träumte schon immer davon, fliegen zu können. So leicht musste sich das anfühlen. Und frei. Sie träumte, durch den blauen Himmel zu schweben, mit der Fluke an die Wolken zu stoßen, die Sonne zu spüren, und die Welt von oben zu betrachten.
Aber eines Tages, da war Isabella mutig und nahm so viel Schwung wie sie nur konnte. Sie schoss in den Morgenhimmel und flog ein kleines Stück, genau so wie sie es sich immer vorgestellt hatte. Als sie zurück ins Wasser glitt, dachte sie: »Merkwürdig ist das mit den Träumen. Manchmal träumt man von etwas, das schon längst wahr geworden ist.«
So flog Isabella weiter durch den Ozean und fühlte sich fortan leicht. Und frei.

Isabella always dreamed of being able to fly. How light that must feel! And free. She dreamt of floating through the blue sky, bumping into the clouds with the fluke, feeling the sun, and looking at the world from above. 
But one day, Isabella was brave and took as much momentum as she could muster. She shot into the morning sky and flew for a little while, just as she had always imagined. As she slipped back into the water, she thought: „It’s strange about dreams. Sometimes you dream of something that has already come true.“
So, Isabella kept flying through the ocean and from then on, she felt light. And free.

(Copyright: Text & Bild „Hallo liebe Wolke“)

Kinderwitze witz phase kind witzigkeit lustig

Vorsicht! Witz! (Oder: Kinderwitze. Eine mega lustige Phase.)

Hallo liebe Wolke,
(*Kirmesfahrgeschäftstimme*) heyyyyy, bist du heute auch so witzig drauuuuuf? Noch ’ne Runde rüüüückwäääärts? Manege freiiii?

Ach ja. Clowns zum Frühstück sind eine unheimlich witzige Vorstellung. Einmal dran geknabbert, schon spaßt man sich durch den Tag und spätestens mittags ist man vom Schenkelklopfen glücklich erschöpft. Wobei: Clowns im Allgemeinen finde ich eigentlich ziemlich zum Fürchten, man denke nur an Stephen Kings „Es“.
„Willst du einen Luftballon? Wir alle fliegen hier unten!“.
Gruselig. (Fast) genauso gruselig übrigens sind Kinderwitze, erzählt von einer Fünfjährigen.

Treffen sich zwei Haie

Seit mein kleines Leben auf der Welt ist, weiß ich, was Phasen sind. Die kindliche Entwicklung besteht ja quasi aus nichts anderem. Vor allem die Trotzphase ist mir seinerzeit sehr ans Herz gewachsen, da gibt es eigentlich nichts Schöneres. Außer der Pubertät vielleicht, aber das wird sich erst noch herausstellen. Es gibt also weniger lustige Phasen und sehr, sehr schöne, wenn man ein Kind hat – und im Moment leben wir hier in der Fritzchen-Witze-Welt, die direkt aus der „Best of Kinder-Jokes“ der MediZini in unsere Wirklichkeit gehüpft ist: die Witzphase.

Eines schönen Tages kam mein kleines Leben aus der Kita und präsentierte mir mit breitem Grinsen ihren ersten Witz. Den mit den beiden Haien, die „Hi!“ und „Wo?“ sagen. Hach, ich habe mir beim erstmaligen Vortragen wirklich fast in die Hose gepullert, denn es war so unfassbar ulkig und süß, wie sehr mein kleines Leben den Witze-Entertainer gab und ganz gespannt darauf wartete, dass sie mich zum Lachen bringt. Da geht einem als Mama (Papa, Eltern) ja nicht nur das Herz, sondern auch ein Licht auf – dass wir hier nämlich gerade einen neuen Meilenstein erklimmen.
Nach dem (gefühlten) tausendreihundertvierundzwanzigsten Mal „Treffen sich zwei Haie“ war meine Begeisterung allerdings etwas abgeflaut. Das muss ich widerwillig zugeben. Weil: Zugeben darf man ja selten was, wenn man Mama ist.

Stand-up am Morgen & Erinnerungen

Ich erinnere mich ziemlich gut daran, dass auch ich Witze, die man in jeder drittklassigen Fernsehzeitschrift findet, toll fand, als ich ungefähr so alt wie meine Tochter war. Auf einer riesigen Geburtstagsgesellschaft meiner Großmutter in der bayerischen Pampa, trug ich einen Witz vor, der von Preußen und Bayern handelte (den Gag bekomme ich leider nicht mehr hin), und alle lagen unter den Tischen oder lachten in ihre Weißwürste und Brezeln.
Ich weiß nicht, ob es am Weißbier oder an meinem Kalauer lag, aber ich weiß noch, wie ich mich fühlte: Großartig. Erwachsene Menschen zum Lachen zu bringen, so ganz bewusst, war herrlich. Und so mischte sich damals das brave Mädchen im adretten Kleidchen wieder unter die heitere Menge und war sich ziemlich sicher, einen großen Coup mit ihrem Witz gelandet zu haben.

Und weil ich das weiß, weil ich dieses Gefühl kenne, verziehe ich keine Miene, wenn mein kleiner Stand-up Comedian am frühen Morgen dieses Grinsen auflegt, das ich bereits kenne und von dem ich weiß, dass es gleich ein kleines Feuerwerk an Witzigkeit abschießen wird.

Kinderwitze und andere Grausamkeiten

Trotzdem: Dieser Fritzchen-Witze-Erfinder ist ein böser Mensch. Ähnlich wie „Es“. Vor allem, weil in jedem zweiten der Kinderwitze, die in der Kita kursieren und durch „stille Post“ ganz schnell ihre Pointe im wilden Galopp verlieren, sehr sehr häufig das Wort „Furz“ auftaucht. Oder was ähnlich Nettes in der Richtung. Wobei wir wieder bei einer anderen Phase wären, die auch hin und wieder noch aufflackert. Und mir fällt es manchmal echt schwer, über den eine Millionsten Furz-Witz zu lachen. Muss man ja auch nicht. Aber bereits am Morgen mit den Augen zu rollen ist unlustig und so frühstückt man den Clown dann eben und spült mit viel Kaffee nach.

Ich habe übrigens gehört, dass sich diese Witze-Phase über Jahre erstrecken kann – und wenn man ganz viel Pech und einen Mario Barth auf die Welt gebracht hat, wohl nie enden wird. (Diese Vorstellung macht mir, nebenbei bemerkt, nicht ganz, aber annähernd so viel Angst wie ein Clown mit rotem Ballon.)

Der Morgenstern

Aber wie sagte schon Christian Morgenstern, liebe Wolke?

„Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in den Menschen hineinhuschen kann.“

Das will ich meinen! Und, ehrlich, ein witzeerzählendes Kind, das erwartungsfroh die Reaktion des geneigten Publikums erwartet und abwartet, das ist keine schlechte Sache. Jedenfalls ist es eine viel, viel, viel bessere Sache als ein Kleinkind, das den Einkaufsladen mit einem Schreianfall unterhält. Finde ich zumindest. Und, wer weiß, vielleicht gibt mein kleines Leben ja ihren aktuellsten Lieblingswitz demnächst an der Kasse im Supermarkt zum Besten. Ich hoffe nur, er handelt nicht von Fürzen. Oder stinkenden Socken. Oder Clowns.

Flieg doch noch mal ’ne Runde rüüüückwääärts, meine Wolke, Manege freiiiii – und denk dran: Es ist alles nur eine Phase!


 

#animalsinsweaters

„Zopfmuster werden dir gut stehen!“, hatte sie gesagt. Und auch, dass sie sich so viel Mühe gegeben hatte. Herbert wusste ja, dass Stricken ihre große Leidenschaft war. Das mit der Ehe hatte er sich trotzdem anders vorgestellt. Vor allem bei 32 Grad im Schatten.

„Cable patterns will look good on you!“, she had said. And that she had put so much  effort into it. Herbert knew, of course, that knitting was her one and only passion. However, he still had a slightly different version of marriage. Especially at 90 degrees in the shade. 

Von der Kaulquappe zum Frosch Lerngeschichte Kita Kindergarten Printable Druckvorlage

Prinzessin Blaublüte lernt: Von der Kaulquappe zum Frosch. (Lerngeschichte)

Prinzessin Blaublüte lernt: So verwandelt sich eine Kaulquappe in einen Frosch.

 

Heute ist Sonntag. Sonntags spaziert die klitzekleine Prinzessin Blaublüte immer ein bisschen auf der Wiese hinter ihrem Haus, und wenn die Sonne scheint, geht sie sogar noch ein kleines Stück weiter. Und heute scheint die Sonne, denn es ist Mai.

Im Mai kann die Sonne schon richtig warm scheinen, fast wie im Sommer. Das gefällt Prinzessin Blaublüte so gut, und das Spazierengehen macht ihr solch einen Spaß, dass sie ganz die Zeit vergisst, immer weiter durch das grüne Gras marschiert, und plötzlich vor einem kleinen Teich steht.

„Oh, so schöne Seerosen habe ich aber noch nie gesehen!“, denkt sich Blaublüte und setzt sich ans Ufer, direkt unter große Schilfpflanzen, die im Wind sanft hin und her wiegen.

So sitzt die kleine Prinzessin eine Weile am Ufer des Teichs, schaut sich die weißen Seerosen an und wie sich das Wasser hier und da ein wenig kräuselt. Aber, Halt!, war da nicht etwas im Wasser? Hat sich dort nicht etwas bewegt? Ein kleiner Fisch vielleicht?

Blaublüte schaut genauer hin. Ja! Da schwimmen ganz viele kleine schwarze Dinger im Teich. Was das wohl ist?

„Hallo!“, ruft die Prinzessin in den Teich und sofort streckt ein kleines, schwarzes Ding seinen Kopf aus dem Wasser.

Von der Kaulquappe zum Frosch_Lerngeschichte_Kaulquappe_Halloliebewolke

(c) Susanne Bohne

„Hallo!“, ruft es zurück.
„Wer bist du denn?“, fragt Blaublüte erstaunt, denn so ein Tier hat sie noch nie gesehen.
„Ich bin Tim und ich bin eine Kaulquappe!“, antwortet Tim.
„Hallo Tim! Ich bin Prinzessin Blaublüte. Schön, dich kennenzulernen! Aber was ist denn eine Kaulquappe?“, sagt sie.
„Oh, ich bleibe nicht immer eine Kaulquappe!“, antwortet Tim. „Ich verwandle mich bald in einen Frosch. Das ist ziemlich aufregend. Findest du nicht?“

Und Prinzessin Blaublüte findet das sehr aufregend!
Tim erklärt ihr, dass Kaulquappen zuerst aus Eiern schlüpfen, die Mama Frosch gelegt hat. Ganz viele Eier, die man auch Laich nennt, treiben da im Frühling im Wasser. Und wenn die Kaulquappen startklar sind, schlüpfen sie. Dann schwimmen sie erstmal wie kleine Fische im Teich herum, sie haben dann sogar Kiemen, und müssen zum Luft holen gar nicht an die Wasseroberfläche. Nach einer Weile wachsen den Kaulquappen Hinter- und Vorderbeine. Und dann verschwinden auch die Kiemen und die Kaulquappen atmen nun mit Lungen, die ebenso gewachsen sind. Sie müssen auftauchen, um zu atmen.
Nach einer Weile sehen die Kaulquappen wie richtige Frösche aus, sie haben Vorder- und Hinterbeine, mit denen sie prima hüpfen können – und auch der lange Schwanz bildet sich dann zurück und ist nach ein paar Wochen ganz verschwunden.

Die Kaulquappe hat sich dann in einen Frosch verwandelt.

Prinzessin Blaublüte staunt. Das kannte sie bisher nur von Raupen, die sich in Schmetterlinge verwandeln. Dass es das auch bei Fröschen gibt, wusste sie noch nicht.

„Mach’s gut!“, ruft Tim ihr zu bevor er wieder untertaucht. „Wir sehen uns bald wieder, aber dann bin ich ein Frosch geworden!“
„Ja, bis bald!“, antwortet Prinzessin Blaublüte zurück und nimmt sich vor, in ein paar Tagen wieder nach Tim zu schauen.

Dann macht sie sich auf den Rückweg zu ihrem klitzekleinen Schloß am Ende der Straße und denkt, dass es ganz schön viel Zauberei in der Natur und bei den Pflanzen und Tieren gibt. Und weißt du, wie Prinzessin Blaublüte das findet? Ganz spannend und vor allem wunderschön!

 

Download Geschichte inkl. aller Illustrationen und Ausmaldbild zur Metamorphose (Downloads erfolgen auf eigene Gefahr und berechtigen nur zum ausschließlichen privaten Gebrauch. Es ist zudem nur gestattet, Kopien und Ausdrucke zum ausschließlich privaten Gebrauch herzustellen. Eine darüber hinausgehende Nutzung und Herstellung ist nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung möglich.)

Download Druckvorlage

 

mehr mehr mehr haben haben haben

Mehr, mehr, mehr. Haben, haben, haben!

Hallo liebe Wolke,
bekommst du auch manchmal nicht genug?
Kinder sind großartig darin. Wenn es nach meinem kleinen Leben ginge, würde sie Schokolade und Eis (im Wechsel) essen – bis sie sich nur noch rollend fortbewegen könnte. Unsere Wohnung hätte sich schon längst in eine Mixtur aus Elsas Eispalast, großflächigen Wasserfarbenkunstwerken an den Wänden und sehr, sehr, sehr viel Spielzeug verwandelt (das eh kein Mensch braucht. Auch kein kleiner Mensch.). „Mehr, mehr, mehr. Haben, haben, haben!“ ist bei (kleinen) Kindern wohl etwas ziemlich Normales. Man kann es ja schließlich mal versuchen, ob die Grenze nicht doch viel weiter hinten liegt, als vermutet.
Und wie ist das bei mir?

Was ich nicht alles will.

Ich gebe zu: Wenn ich könnte, würde ich mir auch lieber zehn Teile für meine Sommergarderobe zulegen als nur eins. Und wenn ich könnte, würde ich mir auch abends gern häufiger die dicke Salamipizza und hinterher noch Chips zu Gemüte führen. Einfach, weil ich es haben (haben, haben) wollen würde. Alles mit Käse Überbackene ist ja sowieso der Himmel auf Erden. Fast. Für mich jedenfalls. Und wenn ich könnte, würde ich auch gern mehr (mehr, mehr, viel mehr) Geld haben wollen und ein cooles Auto – nicht bloß so’n popeligen Dreitürer, bei dem ich mich und meinen Rücken verrenken muss, um das Kind anzuschnallen. Wenn ich könnte, würde ich gern ein Haus mit Garten haben und einen Mann, ganz viel Aufmerksamkeit und Schiffsreisen und bessere Nerven und mehr Geduld und, und, und überhaupt:
Viel mehr, mehr, mehr, haben, haben, haben, von allem. Manchmal.

Das dreiste Eichhörnchen-Gen

Vielleicht liegt ja das „Hals nicht vollkriegen können“ daran, dass man dieses Eichhörnchen-Gen in sich trägt, wobei mein Elternhaus schon sehr darauf geachtet hat, dass aus mir ein bescheidener Mensch wird. Hat geklappt. Bescheidenheit ist aber auch nicht immer das Gelbe vom Ei und auch nicht unbedingt eine Zier; die Bescheidenheit macht (über-)höflich und zurückhaltend – in den Situationen, in denen sich das Eichhörnchen-Gen meldet und sammeln, sammeln, sammeln und haben will.
Ich weiß nicht, woran es liegt (ob an meiner eigenen Weltsicht oder – mal wieder – an der Gesellschaft im allgemeinen), aber es tummeln sich diese Eichhörnchen in geballter, erwachsener, Form, wenn man mal genauer hinschaut. Und es sind nicht diese ganz normalen Sammel-Eichhörnchen, die einfach danach streben, ein bisschen Vorräte anzuhäufen, um sich selbst besser zu fühlen, nein, es sind diese Eichhörnchen, die gierig aus ihrem Kobel schauen und ganz dreist ihr „Haben-Wollen“ vom Baum schreien.

Spaßgesellschaft

War man früher noch mit einem sonntäglichen Spaziergang durch den sommerlichen Wald zufrieden, müssen es heute die tollsten Ausflüge mit Event-Charakter sein. Auch schon für die Kleinsten. Hightech im Kinderzimmer, Highend für die Großen, Highlife überall. Dafür aber dann Lowcarb, um das ganze wenigstens ein bisschen auszubalancieren. Die Grenze, die wir unseren Kindern mit „jetzt ist genug!“ setzen, gilt für uns irgendwie nicht. Wir konsumieren und verschwenden und machen immer schneller „mehr, mehr, mehr“. Klar, die Uhr tickt, irgendwann ist die Zeit abgelaufen und wir versuchen so viel wie möglich mitzunehmen. Ist ja auch nichts verwerfliches, aber: Wann ist es denn mal genug?

Mütter sind quasi so etwas wie die unangefochtenen Titelverteidiger darin: Sie versuchen immer alles perfekt und für alle zufriedenstellend und schnell, schnell, schnell zu meistern – was übrigens nichts mit dem Eichhörnchen-Gen zu tun hat, sondern mit ganz vielen Erwartungen, die man an sich selbst stellt. Und die von den Bäumen schallen.
Deswegen ballert sich Mama voll mit Karriere und Erziehung, mit Haushalt und Sonntags-Events und Terminen, Terminen, Terminen. Mehr ist mehr. Glaubt man jedenfalls.

Slow Down

So eine Erschöpfungsdepression ist eigentlich was Feines, kann ich dir sagen, liebe Wolke. Da schimpft der Körper dann eben „jetzt ist genug!“, weil man ja keinen Erziehungsberechtigten hat, der das für einen erledigt. Da sitzt man dann einfach mal auf dem Sofa oder spaziert eine gemütliche Runde durch den Sonntagswald, statt den nächsten ganztägigen Ausflug zu planen – und dabei schon wieder zu überlegen, was man übermorgen denn so tun könnte, müsste, sollte und haben wollen möchte. Eichhörnchen führen kein Slow Life.

Man muss nicht immer haben, haben, haben. Ich zumindest nicht. Und schon gar nicht muss man immer machen, machen, machen. Mehr, mehr, mehr kann einem gründlich die Stimmung verhageln, wenn man die Grenze nicht mehr sieht, weil’s manchmal echt schwierig ist, sie zu erkennen. Was ich sagen will, ist: Es ist schon okay, manchmal ein Eichhörnchen zu sein, weil man ja auch was erleben will. Sein Leben nämlich. Weil das dazu gehört und jeder seine eigene Vorstellung davon hat, wie viel für einen genug ist – oder eben auch nicht.

Mehr, mehr, mehr. Haben, haben, haben.

Mehr, liebe Wolke, ist jedenfalls nicht immer mehr. Grenzen sind etwas Gutes, das sagen wir unseren Kindern ja auch ständig durch die Blume. Keine Ahnung, warum man sich selbst nicht öfter mal daran hält.

Und heute Abend gönne ich mir vielleicht eine Salamipizza. Weil: Immer nur bescheiden zu sein, ist auch blöd.

Hab ein entspanntes Wochenende, meine Wolke!


 

floralbouquet_Kinderbuchillustration

#floral bouquet

Sarah wollte eines Tages so groß werden wie die Orchidee ihrer Großmutter. Denn wer so groß war, der brauchte sich vor nichts mehr zu fürchten. Da war sich Sarah sehr sicher.

Sarah wanted to be as big as her grandmother’s orchid one day. Because being so tall one had nothing to fear anymore. Sarah was very sure about that.


 

Menstruier mal wieder!

Hallo liebe Wolke,
kennst du „Ben und Hollys kleines Königreich“?
Das ist eine lustige Zeichentrickserie, eine der wenigen, die ich wirklich amüsant finde, mit Holly, der Fee und Ben, dem Elf. Ben – sowie auch alle anderen Elfen – trägt immer ein Horn mit sich und trötet laut hinein, wenn er sagt: „Ich bin Ben. Und ich bin ein Elf (tröööt)“.
Den bellenden Marienkäfer Gaston finde ich übrigens auch sehr ulkig.
Auf Twitter, so erzählte mir eine Freundin (denn ich bin dort zwar angemeldet, glänze aber mit Abwesenheit), wird momentan ein kontroverses Thema diskutiert: Menstruation.
Ich bin Susanne. Ich bin betroffen. Denn ich bin eine Frau. (Tröööt)

Die größte WhatsApp Gruppe der Welt

Und also hab ich mir gestern Abend im Bett mal wieder Twitter zu Gemüte geführt, das mir persönlich ja immer wie eine überdimensionale WhatsApp-Gruppe vorkommt. Ich hätte wahrscheinlich bis heute früh noch weiterlesen können, wenn ich nicht nach 15 Minuten mit einem leichten Kopfschütteln mein Smartphone beiseite gelegt und mich ins Kissen gekuschelt hätte. Die Männer entweder so: „Ihhh, äääh, würg!“ oder „Ihr macht das so klasse, Hut ab!“ und die Frauen so: „Was für eine monatliche Qual!“ und „Ich will Verständnis!“ oder „Ich bin eine Frau. Tröööt!“
Überspitzt gesagt.

Erdbeereis mit Sahne

Nun gehöre ich selbst seit ungefähr 28 Jahren der Zielgruppe der Menstruierenden an. Ich finde, es gibt tollere Dinge als Stimmungsschwankungen und Bauchkrämpfe und Blut im Allgemeinen: Wellnessurlaub, zum Beispiel. Oder einen Erdbeereisbecher mit Sahne. Oder in einer Augustnacht Sternschnuppen zählen. Aber, hey, so ist das Leben. Tröööt.
Man möchte gern glauben (also ich hatte das bisher zumindest angenommen), dass etwas, das eben zum Frau sein gehört, etwas völlig normales ist. Aber vielleicht bewegte ich mich bisher in Kreisen, in denen Männer nicht die Nase rümpfen und vor einer blutenden Frau so schnell Reißaus nehmen, dass sich Usain Bolt eine Scheibe von ihnen abschneiden könnte. Und Frauen zwar mal sagen: „Mist, mir geht’s heute nicht so gut, aber kenne ich ja schon von den letzten hundert Malen!“, und sich nicht wie das Leiden Christi mit der Wärmflasche und Schmerzmitteln ans Bett nageln.

Schöne Bescherung

Man möge mich nicht falsch verstehen; ich kenne Schmerzen. Ich hab da seit Jahren diese weniger lustige Krankheit, die sich Endometriose nennt und die dafür sorgen kann, dass aus einer Periode eine schöne Bescherung wird. Und jeder, der in den Genuss von Geburtswehen gekommen ist, wird wissen, was Höllenqualen sind. Es ist bedauerlich, dass es Frauen (tröööt) gibt, die monatlich leiden, es ist bedauerlich, dass es Männer gibt, die denken, dass sich die Damenwelt alle 28 Tage in eine Horde Zombies verwandelt – aber, wirklich, man kann es auch maßlos übertreiben. Wie immer.

Spiegelt diese Twitterdiskussion nicht unsere Gesellschaft wider, in der Frauen (tröööt) um Gleichberechtigung kämpfen, immer noch, und um Anerkennung? Um ein „über den Kopf streicheln“, weil es einem nicht so ganz gut geht, ab und zu? Um Verständnis kämpfen – und das mit allen Mitteln einzufordern versuchen? Zur Not eben auch mit Menstruationstassen und langatmigen Ausführungen über körperliche Beschwerden?

Aufklärung für Anfänger

Ich dachte bisher eigentlich, wir wären aufgeklärt – das mit dem Denken sollte ich überdenken. Glaube ich. Wir leben in einer Zeit, in der sich alle über alles öffentlich aufregen können, Intimstes platt treten können bis nichts mehr davon zu sehen ist. Dass es da draußen irgendwelche Honks gibt, die die Natürlichkeit des Frauenkörpers ekelhaft finden, ist sehr bedenklich. Es ist wahnsinnig traurig, dass es Frauen gibt, die sich für sich schämen.
Als ich 14 war, war es mir auch etwas peinlich, Tampons zu besorgen. Das gebe ich zu. Und ich habe auch öfter Mal ein bisschen kokettiert, dass ich dieses oder jenes gerade nicht könnte, weil ich meine Tage habe. Das geht schon klar, dafür ist man ja auch eine Frau. Tröööt.
Und es gibt Tage, von den Tagen, da fühlt man sich beschissen und darf es auch sagen, das ist ja nichts verwerfliches.

Ich wünschte nur, die Gesellschaft könnte mit dieser Art von Themen besser umgehen, als um die heilige Kuh zu tanzen und sich von den Unberührbaren bloß fern zu halten. Wir leben schließlich nicht in einem abgeschiedenen indischen Bergdorf, in dem man wahrscheinlich von Aufklärung und Gleichberechtigung noch nicht so viel gehört hat. Und Twitter gibt’s da vermutlich auch nicht.
Die gute Nachricht ist: Irgendwann ist das vorbei, mit dem Menstruieren. Dann können wir uns alle eine Weile über das Klimakterium aufregen und dann die Radieschen von unten betrachten. Mal sehen, was uns dann einfällt, worüber wir twittern können.
Die schlechte Nachricht: Solange es nicht in allen menschlichen Köpfen angekommen ist, was normal und natürlich ist, was Gleichberechtigung, Empathie und ein liebevoller Umgang (vor allem mit sich selbst) bedeutet – solange werden wir vermutlich hin und wieder immer noch im Mittelalter leben. Und Diskussion führen, von denen ich glaubte, sie müssten nicht mehr geführt werden.
Ich hoffe nur, dass unsere Kinder eines Tages besser damit umgehen als wir es offensichtlich tun.

Wie auch immer, meine liebe Wolke.
Weißt Du, was ich gerne bin?
Eine Frau.

Tröööt!

Bis bald, meine Wolke!